Benefittrends – Wissen & Fakten II

Financial Wellbeing als Benefit.

Unternehmen unterstützen schon seit Jahrzehnten das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter – um gesundes Verhalten, höhere Motivation und Engagement bei ihren Mitarbeitern zu fördern. „Financial Wellbeing“ ist jedoch erst seit einigen Jahren – beginnend in den USA – als Trend zu sehen.

Im letzten Post sind wir darauf eingegangen, was grundsätzlich unter Financial Wellbeing und damit einhergehend Financial Peace of Mind verstanden wird.  In Europa haben erst jüngst einige Unternehmen – vorwiegend in Großbritannien – diese Thematik als Leistungsfeld für Arbeitgeberleistungen aufgenommen. In UK gibt es vermehrt Start-Ups und Unternehmensgründungen, die sich allein auf die Promotion und Umsetzung von Financial Wellbeing als Benefit spezialisieren. Das Thema wird hier immer wichtiger und nimmt zunehmend eine Priorität in den Führungsebenen von Unternehmen ein. Eine UK Studie vom Benefits- und Softwareanbieter Salary Finance (2019) ergab, dass mehr als 40 % der Mitarbeiter finanzielle Sorgen haben. Unseren Recherchen nach ist Financial Wellbeing in Deutschland (noch) so gut wie gar nicht bekannt.

Was jedoch können interessierte Unternehmen ihren Mitarbeitern in diesem Bereich überhaupt anbieten? Wie und mit welchen Methoden kann der Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer mehr Bewusstsein und Verständnis für ihre finanzielle Situation haben und sich durch gezielte Strategien so einrichten, dass sie sich langfristig keine finanziellen Sorgen machen müssen?

Financial Education: Hier geht es vor allem darum, das Wissen der Mitarbeiter zu fördern, also sogenannte „Financial Literacy“ (finanzielle Allgemeinbildung) fördern. Insgesamt wird bei Financial Wellbeing „Financial Education“ als Grundpfeiler gesehen. Mitarbeitern also Zugang zu Finanzgrundwissen (Digital, Broschüren) oder auch zu Experten (Workshops, Beratung) zu gewähren und ihr Wissen in diesem Bereich zu bilden und auszubauen. Wie lerne ich zu sparen? Was heißt es zu budgetieren? An wen kann ich mich wenden, um meine finanzielle Situation zu optimieren? Ausgehend von diesen Basics kann man fortführend den Mitarbeitern Einblick in komplexere Finanzinstrumente ermöglichen: Welche Möglichkeiten gibt es im Bereich des Investierens und Geldanlegens? Was sind Pensionsfonds und wie kann ich heute schon mit Rentensparplänen anfangen? Was ist der Kapitalmarkt und wie kann man hier investieren? Was sind Risikoprofile und welche Arten der Investition gibt es? Durch Bildung im Bereich Finanzen kann man Unabhängigkeit im Bereich persönlicher Finanzen fördern, Sorgen minimieren und langfristig eine informierte Entscheidungsfindung fördern.

Savings & Budgeting Tools: Es gibt mittlerweile die Möglichkeit, Mitarbeitern Tools und Werkzeuge an die Hand zu geben, um ihre persönlichen Sparpläne oder einen Budgetierungsplan anzulegen. Um Kontrolle über die eigenen Finanzen zu bekommen, ist das Budgetieren, also das Kennen und Planen der Ein- und Ausgaben, das A und O: Die finanzielle Situation evaluieren, die Optionen analysieren und sich einen Plan machen, wissen, was die regelmäßigen Einnahmen sind, sich nicht übermäßig verschulden und lieber früher als später mit dem Sparen anfangen. Hier gibt es mehrere Tools, die erlauben, Sparpläne zu erstellen, Zinsen und Zinseszinsen zu planen, oder den Überblick über Investitionen zu haben. Ob in Kooperation mit einem Unternehmen, welches diese Services direkt anbietet oder durch Vermittlung: Arbeitnehmer können ihren Mitarbeitern leichteren Zugang verschaffen, bzw. sie alleine durch die Option auf die Wichtigkeit gekonnten Budgetierens und regelmäßigen Sparens aufmerksam machen.

Loans & Investments: Unternehmen können noch einen Schritt weiter gehen und Mitarbeitern Zugriff zu Finanzinstrumenten verschaffen. Im Sinne des Financial Wellbeings, gibt es mittlerweile Unternehmen, die als Arbeitgeber den Mitarbeitern Kredite oder Darlehen gewähren, die anteilig regelmäßig durch das Gehalt abgeleistet werden, um so bessere Übersicht und Kontrolle über den Rückzahlungsplan zu haben. Insgesamt ist das Angebot zu Investitionsmöglichkeiten oder Sparplänen kein wirklich neues Thema: Mitarbeiter vieler Unternehmen können schon seit einiger Zeit langfristig von persönlichen Investitionen in betriebliche Altersvorsorgepläne oder auch von Mitarbeiterbeteiligungspläne profitieren. Ob durch regelmäßiges Sparen für die Rente oder über vergünstigte Aktienkäufe im eigenen Unternehmen: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer beim Sparen und Investieren unterstützen kann.

Auch, wenn Financial Wellbeing aktuell erst in den angelsächsischen Gebieten aufkeimt, gehen wir davon aus, dass dieser Trend schon zeitnah auch in Deutschland ankommen wird.

Im nächsten Blogeintrag geben wir einen Überblick über einen möglichen Zusammenhang zwischen Stress und Financial Wellbeing.

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